Sonnenschutz

Am Arbeitsplatz ist ein funktionstüchtiger Sonnenschutz teilweise vorgeschrieben (EU-Richtlinie (EU 90/270)). Bestimmte Raumtemperaturen dürfen nicht überschritten werden und an Bildschirmarbeitsplätzen dürfen keine Blendwirkungen auftreten um Augenschäden vorzubeugen.Die Technik im Bereich des Sonnenschutzes ist sehr ausgereift. Man kann mittlerweile für fast jede Fenster- und Wintergartenform innen- und außenliegenden Sonnenschutz erhalten. Fast alle Formen sind manuell und elektrisch bedienbar.Außenliegender Sonnenschutz funktioniert in erster Linie über Absorption, innenliegender Sonnenschutz überwiegend über Reflexion.Eine weit verbreitete Fehlmeinung ist die Annahme, dass die Sonnenstrahlung größtenteils als Wärmestrahlung auftritt. Lediglich 10 - 15 % der von der Sonne auf der Erde eintreffenden Strahlung besteht aus Wärmestrahlung. Der weitaus überwiegende Teil der Sonnenstrahlung besteht aus (nicht sichtbarer) kurzwelliger und sichtbarer Strahlung.Die fühlbare Wärme entsteht erst durch einen Absorptionsvorgang auf den der Sonnenstrahlung ausgesetzten Körpern bzw. Gegenständen. Dabei spielt das Wiensches Verschiebungsgesetz der Wellenlängen eine wichtige Rolle.

Ziele von Sonnenschutz

  • Reduzierung des sichtbaren Lichts
  • komplette Verdunkelung
  • eduzierung der Blendwirkung
  • Reduzierung der Wärmestrahlung
  • Sichtschutz zum Erhalt der Privatsphäre
  • Zu diesem Zweck gibt es verschiedene Produkte 

Arten von Sonnenschutz 

außenliegend

  • Rolladen
  • Außenjalousien (Raffstore)
  • Sonnensegel
  • Sonnenschirm
  • Markisen
     

innenliegend

  • Jalousien (horizontale Lamellen)
  • Rollos
  • Plisseeanlagen - auch Faltstore genannt - sind Fensterverdeckungen ähnlich einem Rollo, aber aus gefaltetem Stoff
  • Vertikal-Lamellenanlagen
     
     

Markise

Fallarmmarkisen
Die Fallarmmarkise ist eine einfache Roll-Markisen-Konstruktion und wird oft als Verschattung und Sichtschutz vor Fenstern angebracht. Die Tücher sind in vielen Fällen nicht ganz lichtdicht, so dass sie zwar als Blendschutz dient, aber dennoch Licht in den Raum lässt. Das Tuch befindet sich auf einer Tuchwelle und wird durch 2 Arme, die am unteren Ende des Tuches befestigt sind zum Ausfall gebracht. Durch Druckfedern in den Armen wird die benötigte Zugkraft aufgebracht. Je nach Länge und Anbringungshöhe der Fallarme kann der Schwenkbereich zwischen 90 und 180 Grad liegen. Sie kann elektrisch, mittels eines 'Rohrmotors, oder manuell über Getriebe und Kurbel angetrieben werden. 
Fallmarkise
Die Fallmarkise ähnelt der Fallarmmarkise, nur mit dem Unterschied, dass das Tuch, geführt von den Führstangen, senkrecht nach unten läuft. Das Gewicht des Fallprofils, das am Ende des Tuches sitzt reicht aus um das Tuch nach unten zu ziehen. 
Markisolette
Die Markisolette ist eine Kombination aus Fall- und Fallarmmarkise. Das Tuch fährt aus ihrer oberen Endlage zuerst senkrecht nach unten und stellt sich dann, wie eine Fallarmmarkise über die Arme aus. Diese Konstruktion ist oft an öffentlichen Gebäuden, wie Schulen oder Krankenhäusern vorzufinden. 
Gelenkarmmarkisen
Bei der Gelenkarmmarkise wird das Markisentuch von zwei oder mehr Armen von der Tuchwelle (Stahl)weggedrückt. Dadurch ist ein beinahe waagerechter Ausfall des Markisentuchs möglich. Die Grundkonstruktion besteht aus Aluminium. Die Arme werden mittels Stahlfedern unter Spannung gesetzt und drücken das Tuch beim Ausfahren nach außen und halten es straff. Beim Einfahren muss der Federkraft entgegengewirkt werden. Daher benötigt das Einfahren einen höheren Kraftaufwand als das Ausfahren. Sie werden hauptsächlich als 'Sonnen- und Wärmeschutz, sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich, verwendet. Aufgrund ihrer Konstruktion ist sie nur bis zu einem bestimmten Ausfall, d. h. wie weit sie ausfährt, anwendbar (bis ca. 400 cm). Die Breite einer einzigen Markise geht in der Regel bis maximal 7-8 Meter. Es können aber mehrere Markisen miteinander gekoppelt werden. Die „Neigung“ der Markise kann je nach Wunsch variiert werden. Die Markise wird über Konsolen mit dem Mauerwerk verschraubt. Nicht für den Regenschutz ausgelegte Gelenkarmmarkisen müssen bei (stärkerem) Regen oder Wind eingefahren werden, da sie sonst aufgrund der Hebelwirkung' Schaden nehmen könnten. Fast alle Markisen können sowohl an einer Wand, als auch an einer Decke (z.B. Balkon) befestigt werden. Sie muss fest mit der Wand/der Decke verbunden werden, da durch die Hebelwirkung große Kräfte wirken.Man unterscheidet zwischen offenen Gelenkarmmarkisen, bei welchen die Welle offen sichtbar ist (teilweise auch mit Dach), und 'geschlossenen oder auch Kastengelenkarmmarkisen, bei denen um die Tuchwelle ein Schutz (Kasten) angebracht ist, der das Tuch im eingefahrenen Zustand vor den Witterungseinflüssen schützen soll.Angetrieben wird die Markise entweder über ein Getriebe, das mit einer Kurbelstange bewegt wird, oder durch einen Rohrmotor, der in die Welle eingeschoben wird.
Wintergartenmarkise
Die Wintergartenmarkise ist eine spezielle Markisenart zum Beschatten von Wintergärten. Das Markisentuch wird über Seilzüge aus- und eingefahren und in seitlichen Schienen.
Das Markisentuch
Markisentuch aus Acryl
Das Acryl-Markisentuch ist ein aus spinndüsengefärbtem Garn (das heißt außen wie innen gefärbt) gewobenes Tuch. Es wird hauptsächlich zum Sonnen- und Wärmeschutz' eingesetzt und oft bei Gelenkarm- und Wintergartenmarkisen verwendet. Durch die Imprägnierung sind sie bedingt Schmutz abweisend und wetterfest. Es gibt sie in verschiedenen Farben und Mustern.
Markisentuch aus PVC
Bei Markisentüchern aus PVC (Polyvenylchlorid), handelt es sich um Tücher, die z. B. bei Markisen eingesetzt werden, die die ganze Zeit der Witterung ausgesetzt sind (Korbmarkisen, Markisoletten). Es handelt sich eigentlich um ein mit PVC überzogenes Polyestergewebe. Es gibt Tücher, die blickdicht sind und andere, die ein gröberes Gewebe haben, so dass noch etwas Licht durchscheint. Sie sind unter anderem wetterfest und Schmutz abweisend, haben aber den Nachteil, das sie nicht so luftdurchlässig sind. Bei starkem Sonnenschein kann es darunter sehr warm werden.
Bei fast jeder Markise gibt es die Möglichkeit zusätzlich einen Tuchstreifen, den Volant, (meist gewellt) an dem vorderen Ende des Tuches (dem Ausfallprofil) zu hängen.